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Aktuelle Fälle

Hier finden Sie eine anonymisierte Darstellung ausgesuchter Diskriminierungsfälle, die von der Fachstelle bearbeitet wurden.

Rassistische Diskriminierung:

Ein Schwarzer Mann bewirbt sich auf mehrere Wohnungen eines Wohnungsunternehmens per Mail; im Anhang sendet er die Kopie des Personalausweises sowie weitere Unterlagen wie Gehaltsnachweis, Schufa und Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Er bekommt gleich am nächsten Tag Absagen per Mail, neutral und freundlich formuliert, aber Absagen.

In den nächsten Stunden bewirbt sich in Absprache mit ihm eine Frau (deutsch, weiß) auf eine der Wohnungen, die ihm abgesagt wurden, mit dem gleichen Bewerbungstext und sogar ohne Anlagen. Sie bekommt zeitnah einen Besichtigungstermin.

Nach der Intervention und den Gesprächen der Fachstelle mit dem Wohnungsunternehmen erkennt dieses die Diskriminierungsbeschwerde an und vermietet eine der angefragten Wohnungen, die in diesem Ausnahmefall noch nicht vergeben war, doch unserem Ratsuchenden.

Person mit Behinderung:

Ein Ratsuchender mit Mehrfachbehinderung bekommt einen Krankenfahrstuhl (Rollstuhl) von der Krankenkasse finanziert, weil ihm nach Meinung der fachlich zuständigen Stelle dieses Hilfsmittel zusteht. Versicherungstechnisch ist jedoch eine abschließbare Unterbringungsmöglichkeit eine Voraussetzung für die Zurverfügungstellung des Hilfsmittels. Zwischen dem Ratsuchenden und dem Wohnungsunternehmen bestehen Differenzen bezüglich der Einordnung des Hilfsmittels in Kategorien der Hilfsmittel. Das Wohnungsunternehmen sichert zunächst die Aufstellung eines abschließbaren Containers auf dem Parkplatz vor dem Haus des Ratsuchenden vertraglich zu, nimmt jedoch diese Zusage zurück, weil der Krankenfahrstuhl kein zugelassenes Hilfsmittel sei.

Die Fachstelle und die Antidiskriminierungsberatung Alter und Behinderung intervenieren gemeinsam bei dem Wohnungsunternehmen. Eine einvernehmliche Lösung konnte noch nicht erreicht werden. Weitere Gespräche stehen an.

Homophobe und rassistische Beleidigung:

Ein Mieter wird von einer Nachbarin dauerhaft rassistisch und homophob beleidigt und belästigt. So findet der Mieter auf persönlichen Gegenständen, wie beispielsweise seinem öffentlich einsehbaren Briefkasten, homophobe Schriftzüge vor. Auch beleidigt die Nachbarin ihn rassistisch, stellt ihm unter dem Vorwand angeblichen Lärms nach und belästigt ihn dauerhaft.

Die Fachstelle wendet sich nach ausführlicher, parteilicher Beratung des Betroffenen an die Hausverwaltung und fordert sie auf, auf die Mieter*innen, die die Rechte anderer Mieter*innen verletzen, dahingehend einzuwirken, dass diese Verletzungen, Beleidigungen und Belästigungen unterbleiben.

Bisher keine Reaktion der Hausverwaltung.