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Die Krise auf dem Wohnungsmarkt

Wann:
18/01/2018 um 18:30 – 21:00
2018-01-18T18:30:00+01:00
2018-01-18T21:00:00+01:00
Wo:
Redaktion des MieterEcho
Sonnenallee 99-101
12045 Berlin
Deutschland
Kontakt:
Redaktion des MieterEcho
030-21002584

Die Krise auf dem Wohnungsmarkt – 18.1.2018, Sonnenallee 101, 18:30 Uhr

Einige Worte vorweg zum Arbeitstreffen am 18. Januar 2018 von der Redaktion des MieterEcho

Fast täglich können wir davon lesen: Mietsteigerungen, von Verdrängungsprozessen, den massiven Mietsteigerungen durch Modernisierungen und von den Vorstößen der Deutsche Wohnen gegen den Mietspiegel - in der Regel handelt es sich dabei um Probleme in bestehenden Mietverhältnissen.

Doch was ist mit den Menschen, die gar keinen Mietvertrag haben, den Obdach- und Wohnungslosen, den Menschen in Übergangseinrichtungen, den Geflüchteten in ihren Sammelunterkünften?

Eine Idee von der Mangelsituation an bezahlbaren Wohnungen erhielten wir durch den spektakulären Andrang, bzw. der spektakulären Berichterstattung über einen Wohnungsbesichtigungstermin im Oktober in Prenzlauer Berg. 800 Menschen konkurrierten um eine Wohnung, darunter Ärzte, Abgeordnete etc. - ALG-II-Empfänger oder Geflüchtete dürften sich den Weg von vorherein gespart haben.

Die Unsichtbaren

Die Wohnungssuchenden liegen in der Regel unterhalb des Radars der öffentlichen Wahrnehmung und auch der öffentlichen Statistik. Die von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen empfinden ihre Situation in der Regel als individuelles Problem. Sie treffen sich eventuell bei Wohnungsbesichtigungen, hier allerdings als Konkurrenten und nicht als Solidargemeinschaft. Die Menschen haben keine sie einende Organisation und keine Lobby, um ihre dringenden Bedürfnisse zu artikulieren und den politisch Verantwortlichen Druck zu machen.

Im Gegensatz dazu gibt es immer wieder organisierte Hausgemeinschaften oder Kiezinitiativen bei Verdrängungsgefahren aus dem Bestand und mit großer Regelmäßigkeit finden sich organisierte Nachbarschaften, wenn es um Widerstand gegen Neubauvorhaben geht, im Einzelfall berechtigt, wenn z.B. ausschließlich hochpreisiger Wohnraum entstehen soll.

Insgesamt hat sich in dieser Stadt aber eine Neubaufeindlichkeit etabliert, die es unseres Erachtens zu durchbrechen gilt, um mehr bezahlbaren Wohnraum entstehen zu lassen, bzw. den Berliner Senat in diese Richtung zu drängen. Denn gerne wird Nachbarschaftsinitiativen nachgegeben (durch lokale Partizipationsangebote), um auf Neubau zu verzichten oder diesen zumindest erheblich zu verzögern.

Wir sind der Meinung, dass diese Form der Politik gegenüber den Menschen, die in der Stufenleiter des diskriminierend strukturierten Wohnungsmarktes auf den unteren Absätzen stehen, völlig inakzeptabel ist. Viele Betroffene der Misere und auch Träger und Organisationen, die mit den Belangen der Betroffenen vertraut sind, weisen schon seit Jahren auf diese prekäre Situation hin, ohne allerdings – zumindest bislang – ein Umdenken und Umlenken in der Berliner Wohnungspolitik bewirkt zu haben. Wir denken, dass sich das ändern sollte!

Folgende Tagesordnung schlagen wir für das Treffen am 18. Januar 2018 vor:

  • Kurzer Einstieg von der Red. des MieterEcho und Verständigung über den Ablauf des Treffens
  • Die beteiligten Organisationen stellen sich und ihre Arbeit vor und geben einen Einblick, wie sich die Wohnungsknappheit aus ihrer Perspektive darstellt (je 10 Minuten)
  • Austausch über politische Einschätzung der Situation und gemeinsames Agieren
  • Vereinbarung über Termin und Tagesordnung eines Folgetreffens