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Pressemitteilungen

Hier finden Sie die von der Fachstelle veröffentlichten Pressemitteilungen.

Pressemitteilung zum Fachdialog „Queer Wohnen: Diskriminierungsfreien Zugang zu Wohnraum & Sensibilität der Sozialen Wohnhilfen fördern“, am 25. Juni 2018 im Aquarium

Eine Kultur diskriminierungsfreien Vermietens muss auch den Zugang von LGBTIQ zu Wohnraum unterstützen. Zu denjenigen, denen dieser Zugang immer häufiger verwehrt wird, gehören angesichts des angespannten Wohnungsmarkts immer häufiger Menschen aus queeren Lebenswelten (LGBTIQ). Die Benachteiligung von insbesondere Trans*-Personen aller Altersgruppen führt zunehmend zu akuter Wohnungsnot.

Dies gab Anlass für den am 26.06.18 in Kooperation der Berliner Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, Fair mieten – Fair wohnen mit dem Humanistischen Verband Deutschland veranstalteten Fachdialog „Queer Wohnen: Diskriminierungsfreien Zugang zu Wohnraum & Sensibilität der Sozialen Wohnhilfen fördern“. Die politische Bedeutung des Fachdialogs unterstrich das Grußwort von Sebastian Walter, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik und MdA Bündnis 90/Die Grünen, Sprecher für Antidiskriminierung und Queerpolitik.

Ausgangspunkt für den Dialog waren Positionen zum Thema von Mitarbeiter*innen des Sonntagsclubs e.V., der Schwulenberatung Berlin, der Lesbenberatung/LesMigraS, von Queer Leben und gleich&gleich e.V.. Ziel der von Kathrin Schultz (HvD/Projekt Neustart) und Dr. Christiane Droste (Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt) geleiteten Veranstaltung war zunächst eine Bestandsaufnahme: Wie und wo findet Diskriminierung von queeren Personen auf dem Wohnungsmarkt statt? Wo besteht akuter Handlungsbedarf? Wie kann eine bessere Versorgung durch die Sozialen Wohnhilfen erreicht werden? Und last but not least: Welcher Vernetzung und Empowerment-Strategien bedarf es in den queeren Lebenswelten, um besser Zugang zu Wohnraum zu finden und politisch in der Wohnungsfrage sichtbar zu werden?

Ungewöhnlich und inhaltlich fruchtbar war die Zusammensetzung der Teilnehmenden: Im Aquarium am Kottbusser Tor diskutierten in der Selbstorganisation von LGBTIQ Aktive mit Mitarbeiter*innen von Bezirksämtern, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und  der Wohnraumversorgung Berlin A.ö.R. sowie mit Vertreter*innen sozialer Dachverbände zum Zugang von LGBTIQ zum regulären Wohnungsmarkt. Zur Weiterentwicklung des Angebots der Sozialen Wohnhilfen für LGBTIQ-Personen in Berlin kamen die Teilnehmer*innen mit Mitarbeiter*innen von Bezirksämtern und Wohnungsunternehmen und  auch mit einem Träger von Wohnheimen ins Gespräch.

Am Ende des Fachdialogs standen viele weiter zu bearbeitende Fragen, aber auch erste strategische Vorschläge wie die Vergabe eines Qualitätssiegels „Queer freundlicher Vermieter“ mit entsprechender Kampagne oder einer „LGBTIQ-Quote“ bei der Wohnungsvergabe im Raum. Konsens fanden auch klare Forderungen nach mehr Wissenstransfer zu Mehrfachdiskriminierung/Intersektionalität, nach Datenerhebungen zum Bedarf und mehr, zentral organisierter Information zu Angeboten der Wohnraumversorgung. Gefordert wurde Transparenz zu Vergabeprozessen von Wohnraum und eine Förderung queer freundlicher Wohnformen. Der nächste Schritt: Formate finden für die Fortsetzung des Dialogs und eine gemeinsame Strategie aller Beteiligten!

Weiterführende Informationen

Eine Kurz-Dokumentation wird öffentlich zugänglich unter www.fairmieten-fairwohnen.de.

Kathrin Schultz, Projekt Neustart, HVD Neustart – Beratung und Wohnunterstützung, k.schultz@hvd-bb.de / http://www.wp-neustart.de

Dr. Christiane Droste, Koordinatorin der Berliner Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, christiane.droste@fairmieten-fairwohnen.de / www.fairmieten-fairwohnen.de

 

 

Pressemitteilung zum 1. Fachtag der Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Seit Anfang Juli ist die Berliner Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt aktiv. Unter dem Motto „Fair mieten – fair wohnen“ ist das Ziel der von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung geförderten Fachstelle eine „Kultur des fairen Vermietens“ in Berlin zu etablieren, bei der alle Personen unabhängig von (zugeschriebener) Herkunft, Sprache, Alter, Geschlecht, Religion, Sexualität und Behinderung gleiche Chancen auf dem Wohnungsmarkt haben. Träger der Fachstelle sind das Büro UrbanPlus und der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB).

Remzi Uyguner (TBB): „Diese Kultur des fairen Vermietens beginnt für uns natürlich damit, von Diskriminierung Betroffenen eine Anlaufstelle, Beratung und Begleitung zu bieten. Wir hören wertschätzend zu und unterstützen, wo Diskriminierung nachweisbar und im Sinne des AGG möglich ist auch dabei, den Fall gerichtlich klären zu lassen, wenn alle Vermittlungsversuche nicht fruchten. Denn eins ist uns bewusst: Antidiskriminierungsarbeit ist keine Kuschelveranstaltung.“

Christiane Droste (UrbanPlus): „Damit ist die Aufgabe der Fachstelle aber längst nicht erfüllt: mit dem Ziel einer Veränderung einer Kultur des Vermietens sprechen wir auch die Wohnungsunternehmen und Vermieter*innen an. Fairness auf dem Wohnungsmarkt ist ein langfristiges Ziel, dafür muss man in den Dialog treten, sensibilisieren und informieren. Es gilt, eine Vielfalt von Akteuren weiterzubilden und sich in der professionellen wie der selbstorganisierten Beratungslandschaft in Berlin gut zu vernetzen.“

Am 17.10. präsentiert die Fachstelle im Rahmen ihres 1. Fachtags ihre Arbeit der ersten 100 Tage und bringt mit der Vorstellung des Fair Housing Acts, einer US-amerikanischen Gesetzgebung gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, einen international berücksichtigten Lösungsansatz in die Berliner Debatte ein.

Vor allem aber wird sie mit den eingeladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Wohnungsunternehmen und Beratungsstellen den Dialog dazu suchen, wie sich im Einzelfall und strategisch gemeinsam für mehr Gerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt eingesetzt werden kann.