+100%-

Beratungsangebot

Wen beraten wir?

Die Berliner Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt unterstützt Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt Diskriminierung erfahren.

Die Fachstelle berät und begleitet Menschen, die aufgrund ihrer

  • (zugeschriebenen) Herkunft
  • ihrer Sprache
  • ihrer Religion
  • ihrer Geschlechteridentität
  • ihrer sexuellen Orientierung
  • einer Behinderung
  • ihres Alters
  • ihres sozialen Status

…. oder mehrfach diskriminiert werden.

 

Welche Unterstützung bieten wir an?

Zu den Unterstützungsangeboten der Fachstelle gehören das Verfassen von Beschwerdebriefen, die Einbeziehung anderer Stellen, die Begleitung zu Gesprächen und auch die Beistandschaft vor Gericht. Die Beratung ist kostenlos und bei Bedarf mehrsprachig. Auch Multiplikator*innen können die Beratung der Fachstelle in Anspruch nehmen, wie z.B. ehrenamtliche oder hauptamtliche Unterstützer*innen der Geflüchteten, Familienhelfer*innen oder Mitarbeiter*innen der Wohnungslosenhilfe.

 

Welchen Prinzipien folgen wir?

Zu den Beratungsprinzipien der Fachstelle gehören Vertraulichkeit, Parteilichkeit und Unabhängigkeit. Interessen und Ziele der Ratsuchenden bleiben auch bei vermittelnden Tätigkeiten zentral.

 

Wie beraten wir konkret?

Die Beratung erfolgt in der Regel persönlich, in einigen Fällen auch schriftlich, online oder telefonisch. Betroffene können Termine über die Webseite oder telefonisch vereinbaren. Um Wartezeiten zu vermeiden, wurde auf die Einrichtung von festen Sprechzeiten verzichtet. Terminvereinbarungen erfolgen zeitnah.

In einem persönlichen Erstgespräch können die Betroffenen in einem geschützten Raum über ihre Diskriminierungserlebnisse sprechen. Das Gespräch findet ohne Zeitdruck statt. Die Betroffenen begegnen uns oft in einer Krisensituation, wo sie vor Kurzem eine Erniedrigung erlebt haben. Wir hören ihnen aufmerksam zu, stellen ihr Erlebtes oder ihre Gefühle nicht in Frage. Wir betrachten die Ereignisse aus der Betroffenenperspektive.

Anhand der Schilderungen der Betroffenen wird ein Protokoll angefertigt. Eine große Herausforderung ist herauszufinden, ob und in welcher Form eine Diskriminierung vorliegt und ob die Diskriminierung vom AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) gedeckt ist.

Zur weiteren Bearbeitung des Falles werden relevante Angaben ermittelt: Zeitpunkt und Ort der Diskriminierung, Angaben zu Verursacher*innen, zu Zeug*innen, möglichst konkrete und präzise Angaben zum Ereignis. Unterlagen werden zusammengetragen und geprüft, die als Indizien zur Diskriminierung gewertet werden können oder anderweitig relevant für den Fall sind.

Anschließend wird geklärt, was genau der Betroffene erreichen möchte und welche Unterstützung dafür notwendig ist. Es wird ein möglichst realistisches Bild über Möglichkeiten und Grenzen der Fachstelle bei der Bearbeitung des Falles erarbeitet und vermittelt. An dieser Stelle hat der Betroffene die Möglichkeit, kritisch zu überprüfen, ob die Fachstelle die richtige Adresse für sein Anliegen ist. Ggf. wird er an andere Beratungsstellen verwiesen.

Nach dem Erstkontakt werden Interventions- und Bewältigungsstrategien entwickelt und umgesetzt. Die Entscheidung, welcher Weg eingeschlagen wird, wird von dem Betroffenen selbst getroffen. Je nach Art der Beschwerde, dem Ausmaß der erlebten Diskriminierung, der Beweislage und ob der Fall vom AGG gedeckt ist, steht der Fachstelle unterschiedliche Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung.

Sollte im konkreten Fall eine Benachteiligung vorliegen, der Grund jedoch vom AGG nicht gedeckt sein, wie z.B. Ablehnung einer Bewerbung, weil der Wohnungsgeber nicht an Familien vermieten möchte, kann der Verursacher von der Fachstelle angeschrieben, auf die Benachteiligung hingewiesen und um Stellungnahme gebeten werden. In solchen Fällen kann auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten helfen, Entscheidungen zu korrigieren.

Liegt ein Diskriminierungsfall aufgrund der im AGG aufgezählten Merkmale vor und gibt es Indizien, die die Benachteiligung nachweisen können, kann die Fachstelle in Abstimmung mit dem Betroffenen eine Diskriminierungsbeschwerde formulieren und den Verursacher zur Stellungnahme auffordern. An dieser Stelle wird der Betroffene um eine Vollmacht gebeten. Eine solche Vollmacht legitimiert die Fachstelle, den Verursacher anzuschreiben sowie Informationen einzuholen und ggf. mit anderen Stellen auszutauschen, die für die Bearbeitung des Falles relevant sein können.

ACHTUNG AUSSCHLUSSFRIST: Um ggf. die Ansprüche juristisch verfolgen zu können, muss diese Diskriminierungsbeschwerde dem Verursacher innerhalb von 2 Monaten nach dem Vorfall zugegangen sein.

Sollte die Stellungnahme nicht fruchten oder gar ausbleiben, hat der Betroffene die Möglichkeit eine Klage auf Entschädigung oder Schadenersatz einzureichen. Die Fachstelle unterstützt den Betroffenen in solchen Fällen und begleitet sie z.B. als Beistand im Prozess.

In der Umsetzungsphase erfolgen alle Schritte in enger Abstimmung mit den Betroffenen und nach ausdrücklichem Einverständnis von ihnen.

 

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Wenn Sie selbst Diskriminierung erfahren haben oder Kenntnis über eine Benachteiligung haben und sich beraten lassen wollen, dann vereinbaren Sie mit uns bitte einen Termin.

Entweder telefonisch (030-623 26 24) oder gleich hier auf der Webseite - dafür klicken Sie bitte hier.